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Ich bin gerade dabei für mich einen Neuanfang zu starten. Ich bin mittlerweile 31 Jahre alt, bin verheiratet, habe einen Sohn, ein sehr schönes Haus mit tollem Grundstück, einen Kater der vier Jahre ist... So und nun???? Ist das alles? Ich habe schon viel erreicht in diesem Leben, aber das kann doch noch nicht alles gewesen sein, oder???

Ich bin in Elternzeit, somit zuhause und habe viel Zeit über dieses, mein Leben nachzudenken... Ich habe festgestellt, dass ich gar nicht mehr wirklich lebe bzw mein Leben gar nicht mehr so wirklich wahr nehme. Das Leben geniessen, was das? Irgendwie Lebe ich nur noch auf der Überholspur und tue nur noch das was sein muss... Sprich: Haushalt, Erziehung, Eheleben, mittlerweile frage ich mich, wo ich bei dieser ganzen Sache bleibe?!?

 

Irgendwie bin ich völlig durcheinander im Kopf! Ich möchte mein Leben wieder leben können, es geniessen können, die kleinen Aufmerksamkeiten wieder wertschätzen können, Momente wieder geniessen können...

Es sind doch die kleinen Dinge im Leben die zählen?!?

6.11.13 13:10, kommentieren

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Der steinige Weg meines Sohnes in sein Leben

Am 16. August 2012 sollte es soweit sein, ich sollte an diesem Tag Mama werden. Was für ein Gefühl.....
Mein Mann und ich fuhren morgens um 10.Uhr ins Krankenhaus, ich hatte einen Termin zum Wehnen einleiten, da ich mit viel Wasser zu tun hatte und kaum noch laufen konnte.
Um 12 Uhr bekam ich den Tropf gelegt, relativ schnell setzten die Wehnen ein, um 16 Uhr platzte die FB, die Hebamme war ganz aufgebracht, rief den Arzt, es war grünes FW und roch schon sehr eigenartig. Der Dr. untersuchte mich, MuMU war 3cm geöffnet, er beschloss noch bissle zu warten. Abends um halb sechs kam er wieder und untersuchte, aufeinmal musste alles schnell gehen, Kaiserschnitt, man sagte mir nicht wirklich warum....
Also ruck zuck rein in den OP, nun zur Narkose, es sollte die Rückenmarksnarkose sein, was sich aber sehr schwierig rausstellte da ich ja schon so viel Wehenmittel hatte und alles verkrampft war. Nach mittlerweile ne halbe Stunde später und fünf Anläufen (spritzen ins Rückenmark) war nun alles taub.
Mein Sohn kam dann relativ schnell zur Welt, hinterher erzählte man mir das mein Finn mir im Becken feststeckte und ich ihn so nicht hätte gebären können.
Egal, mein Sohn war da und es war alles gut. So schien es zuerst....
Ich hatte meinen Sohn bei mir ganze 24Std. lang, da kam eine Ärztin hat sich vor mir hingestellt und sagte zu mir mein Kind müsste verlegt werden auf die Kinderstation, 65km weiter, seine Entzündungswerte waren sehr hoch. Was für ein Schock, es war ja nichts er war den ganzen Tag bei mir, schlief, trank, machte einen normalen Eindruck. 10min später kam ein Krankenwagen mit einem riesen Inkubator (richtig?!?) man nahm mir mein Kind weg, mit der Aussage man würde mich einen Tag später zu meinem Kind verlegen. Es war so furchtbar da zu stehen und nichts tun zu können. Ich schlief die ganze Nacht nicht, lief rum wie falsch Geld, rief Nachts nochmal in der Klinik an aber sie wollten mir nicht wirklich etwas am Telefon sagen.
Nächsten Tag sind wir sofort hinterher gefahren. Als wir in der Klinik ankamen und uns durchfragten wo unser Sohn ist kam der nächste Schock, er lag auf der Intensivstation. Als wir endlich zu ihm durften sahen wir einen kleinen Zwerg mit endlos vielen Schläuchen, das schlimmste war, einer davon lag in seinem Köpfchen! Mir wurde ganz anders und ich brach in einem Heulkrampf zusammen. Schnell wollten wir einen Arzt sprechen der auch zeitnah kam, man sagte uns das unser Finn kämpfen muss, wir 24Std, abwarten müssten ob er es schafft. Er hatte eine hochgradige Schwangerschaftsvergiftung, die auf sein kleines Herz gegangen ist. Der Herzmuskel war sehr verdickt und eine Klappe hat sich nicht geöffnet bzw geschlossen und das verbrauchte Blut lief immer wieder zurück in sein Herz. dazu kam noch das er stark unterzuckert war. Diese 24Std. waren endlos lang, Finn war so blass und so schlapp mochte kaum trinken geschweige den schreien oder was auch immer. Die Zeit verging aber es besserte sich nichts. Ich habe gebetet, ich habe geweint, ich habe Finn angefleht das er doch bitte Leben möchte. Es ging aufwärts, zwar langsam und mit kleinen Schritten aber nach drei Tagen wollte er dann Leben. Er trank sein Fläschchen, man merkte das es ihm besser ging. Ich war sowas von dankbar und glücklich das kann sich kein Mensch vorstellen, bin es heute noch. Irgendwann durften wir Finn mit nach Hause nehmen allerdings unter ständiger Kontrolle wegen seinem Herzen. Man sagte uns wir müssten drauf achten das wenn er schlecht trinkt, oder blau wird oder sich verschluckt wir sofort zum Arzt bzw ins KH müssten. Was für eine Tourtour. Wir mussten regelmäßig zum Kardiologen mit ihm. Man hatte immer die Angst im Hinterkopf... So wirklich gelebt haben wir nicht. Aber jetzt ein halbes Jahr später ist alles gut. letzte Woche waren wir wieder zum Kardiologen, und es hat sich alles verwachsen bzw. ist jetzt so wie es sein soll.

Ich bin so dankbar dafür!! Vielen lieben Dank auch an meine Familie die ich in dieser schweren Zeit wirklich gebraucht habe.

Aber am meisten bin ich stolz auf meinen kleinen Sohn der wirklich die Kraft hatte und gekämpft hat, wo mir diese Kraft öfter gefehlt hat

10.10.13 12:21, kommentieren